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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
27. Jahrgang 2007 - gegründet 1981

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Im Verkehrsgewühl

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Mobile Garküche

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Buddha-Verehrung

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Tempel

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Kambodschanischer Viehtransporter

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Entenkonvoi

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Durian-Frucht

Entenconvoy in Cambodia

Ich bin doch eigentlich nur zum Franzosen in Vechta gefahren, um meine Ente feil zu bieten, und dann sah ich die Werbung für die Raid. Da dachte ich: prima, wenn ich in aller Welt Ente fahren kann (ich fange dann mal mit Kambodscha an), dann kann ich meine geliebte Ente doch verkaufen. So ist dann Ente fahren wirklich Urlaub... Gedacht, gezögert und schließlich doch getan. Am 04.03. gings los, und ich wußte nicht wirklich, auf was ich mich da eingelassen habe, als ich mich für eine Raid durch Kambodscha entschied.

Zuerst die ganzen Impfungen, alle auf einmal (Polio, Dyphterie, Hepatitis A und B und Tetanus), was ich nicht empfehlen kann, da mich das ganz schön umgehauen hat. Noch in Kambodscha habe ich mich mit Vitaminen aufgeputscht... Dann das lange Warten auf die Papiere, einen neuen Führerschein beantragen, und nun habe ich dafür auch zusätzlich einen allein gültigen für Kambodscha! Dann die Reiseapotheke, welche mir eine Freundin zusammenstellte, die gerade 3 Monate in Vietnam war: so viele Medikamente hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht genommen, wie ich jetzt im Gepäck hatte.

Mit dem Zug nach Amsterdam, das war auch nicht so einfach wie gedacht, also habe ich mich bringen lassen. Dann gings los, nachdem sich 8 Leute am Eva Air Schalter zusammengefunden hatten. Die erste Hürde war ein Übegepäck von 10 Kilo für 300 $. Schließlich verteilten wir es auf alle, was uns 300 $ sparte und ein paar Bierchen von Rainer einbrachte.

Ein langer Flug folgte bis Bankog mit anschließendem Weiterflug bis Phnom Penh. Alles klappte super, und auch die ersten Erlebnisse und Besichtigungen waren beeindruckend: drei hundeähnliche Wesen, denen Opfer dargebracht wurden, Kinder die mit Pfützenwasser mitten in der Stadt gewaschen wurden und freilaufende Affen. Neben der Besichtigung des Königspalastes und einer Tuck-Tuck-Fahrt war der Tag reichlich ausgefüllt. Am Tag darauf standen dann die 5 Ankor-Enten vor der Tür und ich war völlig aufgeregt, nach dem Motto: jetzt geht´s los!

Vor Ort wurden Klaus und ich einander als Beifahrer zugewiesen. Wir stellten auch sehr bald fest, daß wir ein gutes Team sind, denn schon bei der ersten Einigung, daß ich zuerst fahren wollte, gab es keine Probleme. In Phnom Penh Ente fahren, das hat mir so einen Spaß gemacht! Überhaupt mit 5 Enten im Convoi! Das Fahren dort ist so angenehm: alles was von rechts oder links auf die Straße kommt hat auf den Verkehr zu achten, und man muß sich eigentlich nur auf alles, was vor einem liegt, konzentrieren. 

Die Menschen waren so nett, und es hat Spaß gemacht zu fahren und auch zu sehen, wie die Menschen sich freuten unsere 5 Ankor-Enten zu sehen. Kein Mensch murrte, wenn alle wegen uns stehen bleiben mußten, denn wir wollten in der Stadt auf keinen Fall die Kette abreißen lassen. Die Menschen lachten und winkten, und auch wir winkten ständig allen zu.

Mittags machten wir an irgendwelchen Straßenküchen halt, wo wir auch mal das Vergnügen hatten ein Serviertablett mit riesiegen Spinnen zum Essen angeboten zu bekommen. Sie sollen sehr nahrhaft sein, doch die Beinchen sind etwas pelzig...  Es gab aber auch Huhn (kleingehackt, wenig Fleisch, viel Knochen), Mangos, Ananas und immer auch Reis. Beim Stop an der Straße, vor und nach den Besichtigungen, holte mal Klaus oder ich die Cola oder das Wasser. Cola war schon wichtig bei der genannten guten und ungewohnten Küche in Kambodscha...

Es war immer wieder spannend zu sehen, was die Kambodschaner alles auf den zweirädrigen Gefährten transportierten: lebende Schweine (!), Hühner, Berge von Körben oder Jackfruits, Bambus und vieles andere mehr. Nicht selten aber waren sie mit 5 Personen besetzt.

Bei der Hitze von ca. 35 Grad (im Schatten) wurden meine Füße immer größer und ich mußte sie zwischendrin mal auf der Rückbank hochlegen, was Klaus an „Miss Daisy und ihr Chauffauir“ erinnerte... Auf einer Strecke von über 100 Kilometern, zwischen Siem Reap und Battambang waren die Enten schlechtesten Bedingungen ausgesetzt: über 35 Grad, keine befestigte Straße und viele große und kleine Schlaglöcher bei 20-30 km/h. Hier mußten wir höllisch aufpassen, damit „Ente“ nicht aufsetzt, was aber leider auch nicht ausblieb.

Wir besichtigten in Phnom Penh den Königspalast, andernorts eine Gummibaumplantage und viele Tempelanlagen. Nicht nur bei der Besichtigung des berühmten Tempels Ankor Wat, Tha Prom und anderen Anlagen staunten wir über das, was die Menschen vor über 900 Jahren schon gebaut haben,  aber auch wir wurden überall bestaunt und noch mehr unsere Enten.

Für das, was die Bevölkerung an Kultur schon hatte, ist es fast erschreckend zu sehen, wie einfach und arm sie heute leben. Die Familien leben häufig in nur einem einzigen Raum mit oft mehr als 7 Personen, in Häusern auf Stelzen mit Hängematten darunter. Mich hat dabei fasziniert, wie glücklich, freundlich und auch großzügig diese Menschen sind. In einer Straßenküche bekam ich auf Nachfragen (mit Händen und Füßen) ein Stück der Stinkfrucht Durian zum probieren auch noch geschenkt. Sie war sehr „glibberig“ und schmeckte dann auch so, hatte aber auch „Fruchtgeschmack“. Wir erfuhren, das es Restaurants gebe, die an der Tür einen Vermerk haben sollen, daß die Mitnahme der Durian Frucht verboten sei, da sie wirklich sehr stinkt! 

Unsere Reise wurde leider viel zu schnell beendet mit einem 2-tägigen Aufenthalt in einem Luxus Hotel am Golf von Thailand, wäre ja nicht nötig gewesen, war aber trotzdem schön. Besonders schön waren die verschiedenen Restaurants und die gegrillten Tintenfische in der Bucht neben dem Hotel, von wo aus auch ein toller „sunset“ zu beobachten war.

Mit der Ente durch Kambodscha, das ist wirklich ein wunderbares Ereignis in meinem Leben. Nun würde ich gerne eine kleine Enten-Raid auf Kreta, meiner Lieblingsinsel, machen...

Petra

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